Dachfenster einbauen: Kosten, Velux vs. Fakro & Förderung

Ein Dachfenster bringt Licht und Luft ins Dachgeschoss. Kostenvergleich der Top-Marken, Einbaukosten und welche Förderung du nutzen kannst.

Ein ausgebautes Dachgeschoss ohne vernünftige Fenster ist wie ein Keller mit Teppich. Dunkel, stickig und nicht wirklich einladend. Dachfenster verändern das komplett. Sie bringen Tageslicht, ermöglichen Querlüftung und steigern den Wert deiner Immobilie messbar.

Aber welches Dachfenster ist das richtige? Was kostet der Einbau? Und gibt es Fördermittel? Hier bekommst du alle Antworten.

Velux, Fakro oder Roto – die drei großen Marken

Der Dachfenstermarkt wird von drei Herstellern dominiert. Jeder hat seine Stärken.

Velux

Velux ist der unangefochtene Marktführer und bei den meisten Dachdeckern die erste Wahl. Das hat einen einfachen Grund: Das Sortiment ist riesig, die Qualität konstant hoch und Ersatzteile sind auch nach 20 Jahren noch verfügbar. Velux-Fenster gibt es als Schwingfenster, Klapp-Schwingfenster und als elektrische Varianten mit Regensensor.

Die Preise für Velux-Fenster starten bei etwa 400 Euro für ein einfaches Schwingfenster in Standardgröße und reichen bis über 2.000 Euro für große, elektrisch betriebene Modelle mit Dreifachverglasung.

Fakro

Fakro ist der stärkste Herausforderer und bietet vergleichbare Qualität zu etwas niedrigeren Preisen. Besonders interessant: Fakro hat ein gutes Sortiment an Dachfenstern für den nachträglichen Einbau, die sich auch für enge Sparrenabstände eignen. Preise starten bei rund 350 Euro.

Roto

Roto ist besonders bei Zimmereien beliebt, die Wert auf eine saubere Innenverkleidung legen. Die Designline-Modelle fügen sich nahtlos in den Innenausbau ein. Preise liegen auf Velux-Niveau.

Welche Marke solltest du wählen?

Ehrlich gesagt: Alle drei liefern gute Qualität. Entscheidend ist oft, mit welcher Marke dein Dachdecker Erfahrung hat. Ein Handwerker, der seit 15 Jahren Velux verbaut, macht damit bessere Arbeit als mit einem Fabrikat, das er zum ersten Mal in der Hand hat. Frag deinen Dachdecker, was er empfiehlt und warum.

Welche Dachfenster-Typen gibt es?

Neben der Marke ist der Fenstertyp entscheidend. Hier ein Überblick.

Schwingfenster

Der Klassiker. Das Fenster dreht sich um eine mittlere Achse. Vorteil: einfache Bedienung, auch bei höher eingebauten Fenstern. Nachteil: im geöffneten Zustand ragt der untere Teil ins Zimmer hinein.

Klapp-Schwingfenster

Das Fenster öffnet nach oben, ähnlich wie ein Dachausstieg. Der Vorteil: du kannst direkt am Fenster stehen und rausschauen, ohne dass dir der Flügel im Weg ist. Ideal, wenn die Unterkante des Fensters auf Hüfthöhe liegt.

Ausstiegsfenster

Wenn das Dachfenster gleichzeitig als Zugang zum Dach dienen soll, brauchst du ein Ausstiegsfenster. Das ist größer als ein Standardfenster und erfüllt die Anforderungen an einen zweiten Rettungsweg.

Lichtband und Kombination

Für maximale Helligkeit kannst du mehrere Fenster nebeneinander oder übereinander kombinieren. Lichtbänder erstrecken sich über zwei oder mehr Sparrenfelder und schaffen eine beeindruckende Lichtfläche. Hier sollte aber unbedingt ein Statiker prüfen, ob die Dachkonstruktion das zulässt.

Was kostet ein Dachfenster inklusive Einbau?

Hier die realistischen Gesamtkosten, also Fenster plus Einbau plus Innenverkleidung.

Standardfenster (78 x 118 cm)

Das ist die gängigste Größe. Mit einem Velux-Schwingfenster und Zweifachverglasung zahlst du komplett etwa 1.200 bis 1.800 Euro. Bei Dreifachverglasung und elektrischem Antrieb sind es 1.800 bis 2.500 Euro.

Großes Fenster (114 x 140 cm)

Größere Fenster kosten entsprechend mehr. Rechne mit 1.800 bis 3.000 Euro komplett. Dazu kommt eventuell der Einbau eines Sturzriegels, wenn der Sparrenabstand angepasst werden muss.

Austausch eines vorhandenen Fensters

Wenn du ein altes Dachfenster gegen ein neues tauschst, ist der Aufwand geringer. Die vorhandene Öffnung wird genutzt, nur der Rahmen und das Fenster werden erneuert. Kosten: 800 bis 1.500 Euro je nach Größe und Modell.

Förderung für Dachfenster

Dachfenster werden gefördert, wenn sie bestimmte energetische Anforderungen erfüllen.

BEG-Zuschuss über das BAFA

Wenn dein neues Dachfenster einen U-Wert von 1,0 W/(m²K) oder besser erreicht, kannst du einen Zuschuss von 15 Prozent der Kosten beantragen. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan steigt der Zuschuss auf 20 Prozent.

Bei Kosten von 2.000 Euro bekommst du also 300 bis 400 Euro zurück. Das klingt nicht riesig, aber bei mehreren Fenstern summiert es sich. Einen vollständigen Überblick über die KfW-Förderung 2026 findest du in unserem Förderungsratgeber.

Steuerliche Absetzbarkeit

Alternativ kannst du die Kosten über drei Jahre von der Steuer absetzen. Das lohnt sich besonders, wenn du mehrere Fenster tauschst und die Gesamtkosten höher liegen.

Voraussetzungen

In beiden Fällen gilt: Der Einbau muss von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, und du brauchst eine Bescheinigung über die erreichten U-Werte. Den Förderantrag musst du vor dem Einbau stellen.

Dachfenster und Dämmung

Ein neues Fenster allein bringt wenig, wenn die umgebende Dachfläche schlecht gedämmt ist. Prüfe bei der Gelegenheit, ob auch die Dachdämmung erneuert werden sollte. Gerade bei älteren Häusern ist die Dämmung rund um das Fenster oft die Schwachstelle, weil hier Wärmebrücken entstehen.

Ein guter Dachdecker achtet bei der Montage darauf, dass die Dampfbremse rund um das Fenster sauber angeschlossen wird. Das ist einer der häufigsten Fehlerquellen. Wenn die Dampfbremse nicht dicht ist, kondensiert Feuchtigkeit in der Dämmung und verursacht Schimmel.

Einbau in ein bestehendes Dach – worauf achten?

Sparrenabstand prüfen

Dachfenster werden zwischen den Sparren montiert. Miss den lichten Abstand zwischen den Sparren, bevor du ein Fenster bestellst. Die Standardmaße passen bei gängigen Sparrenabständen von 60 bis 90 Zentimetern. Bei anderen Abständen muss eventuell ein Wechsel eingebaut werden, was die Kosten erhöht.

Einbauhöhe festlegen

Die Unterkante des Fensters sollte bei Schwingfenstern mindestens 90 Zentimeter über dem Fußboden liegen. Bei Klapp-Schwingfenstern kann sie niedriger sein, weil der Flügel nach oben öffnet. Denk auch an die Oberkante: Je höher das Fenster sitzt, desto mehr Licht bekommst du.

Baugenehmigung

Für einzelne Dachfenster brauchst du in den meisten Bundesländern keine Baugenehmigung, solange das Erscheinungsbild des Dachs nicht wesentlich verändert wird. Bei Denkmalschutz, Bebauungsplänen mit Gestaltungsvorgaben oder dem Einbau von Dachgauben sieht das anders aus. Im Zweifel kurz beim Bauamt anrufen.

Tipps für den Kauf

Investiere in Dreifachverglasung. Der Aufpreis gegenüber Zweifachverglasung beträgt nur 100 bis 200 Euro pro Fenster, bringt aber deutlich bessere Dämmwerte und Schallschutz.

Denk an das Zubehör: Außenrollladen oder Hitzeschutzmarkise sind kein Luxus, sondern im Dachgeschoss fast Pflicht. Im Sommer kann es unter dem Dach unerträglich heiß werden, und ein nachträglicher Einbau ist teurer als die Mitbestellung.

Plane den Einbau zusammen mit der Dachsanierung, wenn diese ohnehin ansteht. So sparst du doppelte Gerüstkosten und der Handwerker kann die Anschlüsse optimal ausführen.

Fazit: Dachfenster sind eine der besten Investitionen

Wenige Maßnahmen am Haus haben einen so großen Effekt auf die Wohnqualität wie neue Dachfenster. Das Dachgeschoss wird vom dunklen Abstellraum zum hellen Wohnraum. Die Kosten sind überschaubar, die Förderung nimmt man gerne mit und die Wertsteigerung der Immobilie ist real. Sprich mit deinem Dachdecker, hol dir zwei bis drei Angebote und leg los.